Online-Befragung zu pflegenden Minderjährigen

Gerne teile ich folgende Anfrage:

Mein Name ist Marie Sievert und ich studiere derzeit Psychologie mit dem Schwerpunkt auf Rehabilitation an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sowohl in meiner eigenen Biografie, als auch in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Kinderschutzbund Kreisverband Stendal e.V. hatte ich Berührungspunkte mit Kindern und Jugendlichen, die aktiv an der Pflege erkrankter Angehöriger beteiligt sind oder waren. Die Thematik liegt mir persönlich sehr am Herzen.

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit führe ich deshalb derzeit eine Online-Befragung durch, die Langzeitauswirkungen der ehemaligen pflegenden Tätigkeit Minderjähriger beleuchten soll. Neben Art und Umfang der Tätigkeiten während der Kindheit bzw. Jugend werden mittels validierter Screeningverfahren die aktuelle Lebenszufriedenheit, Persönlichkeit (Big Five), Resilienz, Psychische Belastung, Selbstwirksamkeit sowie Persönliche Werte der Betroffenen erfasst. Es sollen also sowohl Risiken, als auch Chancen und Ressourcen ins Auge gefasst werden.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich mit Hilfe Ihres Netzwerks bei der Teilnehmerakquise unterstützen könnten. Der Fragebogen richtet sich in erster Linie an ehemals pflegende Kinder bzw. Jugendliche, die inzwischen das Erwachsenenalter erreicht haben. Für eine Vergleichsdatenbasis ist der Fragebogen aber auch für alle Teilnehmer außerhalb dieser Zielgruppe offen. Er ist online unter https://www.soscisurvey.de/kapa/ zu erreichen.

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Umfrage für Fachkräfte zu „Young Carers“

Flyer Umfrage Junge PflegendeEin Forschungsteam der Uni Oldenburg hat mich gebeten, folgenden Aufruf zur Teilnahme an einer Umfrage über pflegende Minderjährige zu teilen, was ich hiermit gerne tue:

Sehr geehrte Fachkräfte aus dem Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich,

wir möchten Sie herzlich einladen, an einer Umfrage zum Thema „Young Carers“ (dt. „Junge Pflegende“) teilzunehmen. Ziel der Umfrage ist es, herauszufinden, wie und wie oft Fachpersonen aus dem Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich jungen Menschen begegnen, die ihre Eltern, Geschwister oder andere Angehörige pflegen.

Wir sind Studierende der Universität Oldenburg und forschen im Rahmen unserer Masterarbeit im Studiengang Sonderpädagogik zum Thema „Young Carers“ und würden uns über Ihre Teilnahme an unserem Projekt sehr freuen. Auch wenn Ihnen bisher der Begriff „Young Carers“ fremd ist und wenn Sie noch keinen Kontakt zu jungen Pflegenden hatten, können Sie durch Ihre Teilnahme an der Umfrage die Situation der Betroffenen in Deutschland langfristig verbessern. Die Befragung dauert etwa 5 – 10 Minuten. Alle Ihre Informationen werden anonymisiert. Eine Nachverfolgung einzelner Personen ist nicht möglich.

Weitere Informationen sowie den Fragebogen, den Sie online ausfüllen können, finden Sie unter folgendem Link: www.junge-pflegende-ol.de

17.2.17: Fachtag zu Kindern psychisch kranker Eltern in Bremen

flyer-fachtag-kindheit-im-schattenDas Netzwerk „Kinder psychisch kranker Eltern in Bremen“ veranstaltet am Freitag, den 17. Februar 2017, einen Fachtag. Anmeldeschluss ist der 31. Januar. Als Expertin wird Katja Beeck von „Netz und Boden“ da sein, die ich auch für mein Buch „Kindheit im Schatten“ interviewt habe. Ich selbst bin mit einer Lesung aus dem Buch im Programm vertreten und würde mich freuen, euch dort kennenzulernen!

Hier der Flyer zum Fachtag „Kindheit im Schatten“.

 

Projekt „Wegbegleiter“ der Neanderdiakonie

Beim Projekt “Wegbegleiter“ der Neanderdiakonie kümmern sich Paten um die Kinder von psychisch erkrankten Eltern. Auch Yasmin und Matthias As engagieren sich: für Marie und ihre an Schizophrenie erkrankte Mutter. Wie es ihnen beim ersten Treffen mit Marie ergangen ist und worüber sie sich am meisten Sorgen machen, lest ihr im Artikel „Wegbegleiter: So normal wie möglich“ auf diakonie.de.

 

Familienkonferenz – Pflege (FKP): ein Unterstützungsangebot für Familien mit pflegenden Kindern und Jugendlichen

Sie leben in Österreich und in Ihrer Familie helfen Minderjährige bei der Pflege eines Angehörigen? Sie haben als Mitarbeiter im Sozial- und Gesundheitswesen mit Familien zu tun, in denen Minderjährige bei der Pflege helfen? Die Uni Wien sucht genau solche Familien als Teilnehmer für ein Projekt unter der Leitung des renommierten Young Carers-Forschers Dr. Martin Nagl-Cupal, bei dem ein neues Unterstützungsangebot getestet wird.

Uni WienIn Österreich helfen etwa 3,5% der 10 – 14 Jährigen bei der Pflege und Betreuung eines chronisch erkrankten Familienmitglieds (Eltern, Großeltern, Geschwister). Diese Rolle als pflegender Minderjähriger (Young Carer) hat Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter, wie verschiedene Studien belegen. Vereinzelt gibt es bereits Unterstützungsangebote, die sich aber überwiegend auf den Young Carer selbst konzentrieren. Dabei haben internationale Erfahrungen gezeigt, dass so genannte familienorientierte Unterstützungsformen, die den Young Carer nicht einzeln, sondern eingebunden in die Familie betrachten, sinnvoller sind. Daran knüpft das Forschungsprojekt „NoSecrecy“ des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität Wien erstmals in Österreich an.

Im Rahmen des Projekts wurde das Verfahren „Familienkonferenz – Pflege“ entwickelt. Ziel des Verfahrens ist es, die Familien selbst in die Lage zu versetzen, ihre Situation zu verbessern – anstatt ihnen von außen Hilfemaßnahmen überzustülpen, die vielleicht gar nicht passen. Unterstützt durch einen geschulten Koordinatoren oder eine Koordinatorin erarbeiten die Familien einen Plan und schaffen sich ein Unterstützungsnetzwerk. Dabei durchlaufen sie sechs Phasen:

  1. Vorbereitungsphase: Das Problem wird beschrieben und mögliche Unterstützer wie Freunde, Nachbarn oder Profis wie Sozialarbeiter oder ambulante Pflegekräfte werden aufgelistet.
  2. Informationsphase: Die möglichen Unterstützer werden informiert und gefragt, in welcher Form sie helfen können.
  3. Familienzeit: Ein Lösungsplan wird erarbeitet.
  4. Planfixierung: Der Lösungsplan wird präsentiert.
  5. Planumsetzung: Der Lösungsplan wird mit Hilfe der Unterstützer umgesetzt.
  6. Evaluierung: Nach ca. 3 Monaten gibt es ein Reflexionstreffen mit der Familie und der Koordinatorin/dem Koordinatoren, um den Erfolg des Lösungsplans zu überprüfen.

Aktuell wird das Verfahren „Familienkonferenz – Pflege“ in den Bundesländern Wien, Osterösterreich, dem Burgenland und der Steiermark in Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz von 12 speziell geschulten KoordinatorInnen bis Januar 2017 kostenfrei angeboten. Wer mitmachen möchte, meldet sich bei:

Julia Hauprich
Institut für Pflegewissenschaft der Universität Wien
Tel. (Österreich) 01 4277 498 16
Mail julia.hauprich@univie.ac.at
Facebook@FamilienkonferenzPflege

Projektlaufzeit:                                                                                                                                         April 2015 bis April 2017

Fördergeber:

Gemeinsame Gesundheitsziele

 Quellen:

  • Nagl-Cupal, Daniel, Koller, & Mayer, 2014
  • Nagl-Cupal, Daniel & Hauprich, 2014
  • Metzing-Blau, 2008; Kavanaugh, 2015

Warum wird über Kinder psychisch Kranker geschrieben, über Kinder körperlich Kranker aber nicht?

Die Berliner Zeitung hat unter dem Titel „Plötzlich erwachsen“ einen Artikel über Kinder psychisch Kranker gebracht:

Ich bin natürlich dankbar, dass die Berliner Zeitung dieses wichtige Thema aufgegriffen hat – Kinder psychisch kranker Eltern brauchen dringend mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung. Gleichzeitig frage ich mich aber, warum bisher die meisten Journalisten, die über mein Buch „Kindheit im Schatten“ berichten, nur auf den Aspekt der Kinder psychisch kranker Eltern anspringen. Was ist mit den Kindern körperlich Kranker? Eigentlich ging es mir im Buch darum zu zeigen, wie bedeutend das Phänomen insgesamt in unserer Gesellschaft ist, indem ich die Gemeinsamkeiten der Lebenswelten von Kindern psychisch kranker und Kindern körperlich kranker Eltern schildere und versuche, die Gesamt-Betroffenenzahl zu errechnen. Für Kinder körperlich kranker Eltern gibt es viel weniger Hilfsangebote, auch sie brauchen Aufmerksamkeit und Unterstützung, besonders wenn es sich um pflegende Minderjährige handelt! Kann mir einer erklären, warum das Thema Kinder körperlich Kranker anscheinend nicht spannend genug für die Medien ist?

Neue Hilfeangebote für Kinder kranker Eltern 2016/17

Trampolin Plus: Programm für Kinder aus Suchtfamilien an der LVR-Klinik Bedburg-Hau in NRW, Start: August 2016

Esmeralda – Wie geht es dir? Gruppentherapie für Kinder psychisch kranker Eltern, Cottbus, Start: Februar 2017

Ambulantes Angebot im Landkreis Limburg-Weilburg für Kinder psychisch kranker Eltern der Diakonie Limburg-Weilburg, Start: Herbst 2016

Forschungsprojekt „Unterstützungsmaßnahme Familienkonferenz – Pflege“ für Familien mit pflegenden Kindern in Österreich, laufend bis Januar 2017