Sach- und Fachbücher über Kinder körperlich kranker Eltern und pflegende Minderjährige

„Plötzlich ist alles ganz anders“ von Sylvia Broeckmann

Plötzlich alles andersBroeckmann, Sylvia: „Plötzlich ist alles ganz anders – wenn Eltern an Krebs erkranken“ (Klett-Cotta Verlag, 2018; Amazon Affiliate Link). Eine Amazon-Rezension von Diana: „Da viele der Erkrankten nicht nur Patienten sondern eben auch Eltern sind, habe ich dieses Buch erworben. Denn meinen Kindern zu erklären was der Krebs ihres Vaters für uns alle bedeutet, hatte mich einfach überfordert. Bis heute bin ich dankbar für diesen wirklich gut geschriebenen Ratgeber. Ohne dramatisch zu werden oder gar rührselig zu sein, gab es mir einen wunderbaren Leitfaden, um für Kinder in verschiedenen Altersstufen die jeweils besten Antworten zu finden. Ein Kind im Teenageralter geht ganz anders mit der Krebserkrankung um als eine 4Jährige und auch die Fragen sind gänzlich unterschiedlich. Doch genau darauf hat mich das Buch vorbereitet und mir Strategien an die Hand geliefert. Sachlich und leicht verständlich geschrieben (Ich musste das ein oder andere Mal sogar schmunzeln).“

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Produktionsfirma sucht dich für TV-Beitrag über pflegende Kinder und junge Erwachsene

Folgende Anfrage erhielt ich mit der Bitte um Veröffentlichung:

Für eine Dokumentation für das Öffentlich-rechtliche Fernsehen zum Thema „Junge Pflegende“ suchen wir Jugendliche, die ihre Eltern pflegen und die wir in ihrem Alltag mit der Kamera begleiten können. Lona•media realisiert seit mehr als 10 Jahren hochwertige Reportagen und Dokumentationen ausschließlich für die Öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. In der derzeit kontroversen Diskussion um den Pflegenotstand in Deutschland kommen die jungen Pflegenden so gut wie gar nicht vor. Dabei ist es eine Gruppe, die längst nicht so klein ist, wie vielleicht angenommen.

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Kinder- und Jugendbücher über das Leben mit kranken Eltern

In diesem Artikel habe ich einige Bilderbücher und Jugendromane zusammengestellt, in denen es um den Familienalltag Minderjähriger mit ihren kranken Eltern geht. Wenn ihr noch mehr Tipps habt, ergänzt sie gerne unten in den Kommentaren!

„Annikas andere Welt“ von Sigrun Eder und Petra Rebhandl-Schartner

annikas andere welt„Annikas andere Welt“ von Sigrun Eder und Petra Rebhandl-Schartner (edition riedenburg, 2013; Amazon Affiliate Link) gibt es als Bilderbuch und als Sachbuch. Der Klappentext: Annika ist traurig. Sie fragt sich: „Hat Mama mich vergessen?“ und „Bin ich schuld daran?“ Denn Mama ist nicht mehr so, wie sie früher einmal war: Sie ist nur noch mit sich selbst beschäftigt. An Schildkröten-Tagen verkriecht sich Mama auf dem Sofa oder im Bett, isst nicht und will ihre Ruhe haben. An Hamster-Tagen bleibt sie die ganze Nacht munter, kauft unnütze Sachen ein und macht Versprechen, die sie nicht hält. Das alles wird Annika irgendwann zu viel. Schließlich muss sie sich nicht nur um die Schule, sondern auch um ihren kleinen Bruder kümmern.

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Vierzehn Filmtipps für Kinder kranker Eltern

Diese Filme zeigen den Alltag mit kranken Eltern (mindestens teilweise) aus Sicht der Kinder. Wenn ihr noch mehr Filme kennt, ergänzt gerne in den Kommentaren!

Bessere Zeiten

Bessere Zeiten

Im Film „Bessere Zeiten“ (Amazon Affiliate Link) aus dem Jahr 2010 übernimmt die schwedische Schauspielerin Noomi Rapace, die als Darstellerin der Lisbeth Salander in der Erstverfilmung der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson international bekannt wurde, die Hauptrolle. Sie spielt Leena, die eines Morgens einen Anruf von einem Krankenhaus erhält. Ihre Mutter liegt im Sterben, sie soll sofort kommen. Leena zögert. Sie hat lange damit gekämpft, ihre Kindheit mit einem alkoholkranken Vater und hinter sich zu lassen. Mittlerweile hat sie eine eigene Familie und führt ein zufriedenes Leben mit ihrem Mann Johan und ihren kleinen Töchtern. Doch Johan lässt Leena keine Ruhe und macht sich mit ihr und den Kindern auf den Weg zur Mutter. Es ist der Beginn einer Reise, während der Leenas Kindheitserinnerungen wieder aufleben und sie sich den Schatten ihrer Vergangenheit stellen muss.

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Bringt pausentaste.de wirklich eine Auszeit für Young Carers?

Pausentaste Logo

Das Bundesfamilienministerium hat die Webseite pausentaste.de für pflegende Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen. Grundsätzlich ist es gut, dass das Problem erkannt und in Angriff genommen wurde. Die Webseite ist auch sicher nett gemacht, übersichtlich und modern. Es finden sich dort Geschichten von Young Carers: So erzählt Rike, wie sie von der Schulpflicht befreit wurde, um sich um ihre krebskranke Mutter zu kümmern. Oder es wird auf einen Artikel in der FAZ verlinkt, in dem Tabitha über die Pflege ihrer an Multipler Sklerose erkrankten Mutter berichtet. Außerdem gibt es Ratgeberartikel wie „Sieben smarte Tricks wie du den Kopf freibekommst“ oder „Wie Krebszellen entstehen“ und jede Menge Telefonnummern und Kontaktdaten zu Ansprechpartnern. Aber hilft das Onlineangebot den Betroffenen wirklich? Ich sehe da einige Probleme.

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Superhands kommt nach Deutschland

Superhands

Bereits im Oktober 2011 starteten die Johanniter Österreich die Webseite superhands.at – eine Informationsseite für Jugendliche, die zu Hause bei der Pflege und Betreuung eines chronisch kranken Elternteils helfen oder sie sogar ganz alleine übernehmen. In Österreich gibt es Studien zufolge 42.700 so genannte Young Carers, in Deutschland sind es nach Schätzungen der Johanniter rund 250.000. Darum kommt Superhands jetzt auch nach Deutschland – höchste Zeit! Die Website heißt folgerichtig superhands.de und wurde umfangreich überarbeitet, denn in Deutschland sind die Pflege und ihre Unterstützungsangebote sowie die rechtlichen Grundlagen ganz anders aufgebaut als in Österreich. Was aber beide Seiten gemeinsam haben: Erklärungen zu chronischen Krankheiten in kindgerechter Sprache, Erklärvideos zu Erste-Hilfe-Themen und eine Telefon-Hotline, über die sich betroffene Jugendliche, aber auch Lehrer oder andere Bezugspersonen melden können. Weiterlesen

Lana (14) startet Austausch-Webseite für pflegende Kinder und Jugendliche

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Lana Rebhahn (14) aus Bad Königshofen in der Nähe von Würzburg ist ein „Young Carer“. Sie pflegt ihren Vater, der an chronischen Zystennieren leidet – einer unheilbaren Krankheit. Seit sechs Jahren muss Lana ihre Vollzeit arbeitende Mutter im Haushalt unterstützen, regelmäßig die Krankenhaustasche für ihren Papa packen und ihn mit dem Notarzt ins Krankenhaus bringen, wenn sein Zustand mal wieder dramatisch wird – und sich natürlich viele Sorgen machen.

Nun hat sie die Webseite www.young-carers.de ins Leben gerufen, wo sie sich mit anderen pflegenden Kindern und Jugendlichen austauschen möchte. Ein bis zwei Kinder pro Schulklasse sind betroffen, insgesamt 250.000 in Deutschland. Teils pflegen und helfen sie über 20 Stunden pro Woche! Lana will etwas tun, damit diese Kinder Unterstützung bekommen. In ihren Sommerferien hat sie 300 Landkreise und 400 Einrichtungen der Wohlfahrtspflege kontaktiert, 2.200 Politiker auf ihre Webseite aufmerksam gemacht und 2.600 Schulen mit Flyern versorgt.

Beschimpfungen statt Unterstützung: Wie man Kindern kranker Eltern garantiert nicht hilft

Am 23. August 2018 hat die österreichische Zeitung „Der Standard“ ein Interview mit mir zum Thema „Pflegende Kinder“ veröffentlicht. Darin ging es auch um die Situation meiner eigenen Familie. Zum Interview gab es eine große Zahl negativer Kommentare über die Webseite des Standard, aber auch in meinen Autorenblogs. Dazu möchte ich mich hier äußern.

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Treffen und chillen: ChinChillaz Jugendgruppe für Kinder kranker Eltern in Bremen gestartet

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Du wohnst in Bremen, deine Mutter oder dein Vater leidet an einer psychischen Krankheit (dazu gehören auch Suchterkrankungen) und du möchtest einfach mal raus? Dann komm in die Jugendgruppe ChinChillaz! Keine Sorge, du musst nicht unbedingt über die Krankheiten deiner Eltern sprechen. Bei uns geht’s um dich und deine Bedürfnisse in der Pubertät.

Hinweise

ChinChillaz ist ein Gruppenangebot für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren, das die Diakonische Jugendhilfe Bremen gGmbH in Zusammenarbeit mit der Caritas-Erziehungshilfe Bremen gGmbH initiiert hat. Es ist nicht relevant, ob die Jugendlichen bei ihren Eltern wohnen oder dort ausschließlich Besuchskontakte haben. Die ChinChillaz treffen sich dienstags 17-19 Uhr im „DAS Familiennetz“, Stralsunder Straße 2 in 28237 Bremen. Mehr Infos hier (Onlin2) oder hier (Flyer).

Online-Befragung zu pflegenden Minderjährigen

Gerne teile ich folgende Anfrage:

Mein Name ist Marie Sievert und ich studiere derzeit Psychologie mit dem Schwerpunkt auf Rehabilitation an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sowohl in meiner eigenen Biografie, als auch in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Kinderschutzbund Kreisverband Stendal e.V. hatte ich Berührungspunkte mit Kindern und Jugendlichen, die aktiv an der Pflege erkrankter Angehöriger beteiligt sind oder waren. Die Thematik liegt mir persönlich sehr am Herzen.

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit führe ich deshalb derzeit eine Online-Befragung durch, die Langzeitauswirkungen der ehemaligen pflegenden Tätigkeit Minderjähriger beleuchten soll. Neben Art und Umfang der Tätigkeiten während der Kindheit bzw. Jugend werden mittels validierter Screeningverfahren die aktuelle Lebenszufriedenheit, Persönlichkeit (Big Five), Resilienz, Psychische Belastung, Selbstwirksamkeit sowie Persönliche Werte der Betroffenen erfasst. Es sollen also sowohl Risiken, als auch Chancen und Ressourcen ins Auge gefasst werden. Weiterlesen