Familienkonferenz – Pflege (FKP): ein Unterstützungsangebot für Familien mit pflegenden Kindern und Jugendlichen

Sie leben in Österreich und in Ihrer Familie helfen Minderjährige bei der Pflege eines Angehörigen? Sie haben als Mitarbeiter im Sozial- und Gesundheitswesen mit Familien zu tun, in denen Minderjährige bei der Pflege helfen? Die Uni Wien sucht genau solche Familien als Teilnehmer für ein Projekt unter der Leitung des renommierten Young Carers-Forschers Dr. Martin Nagl-Cupal, bei dem ein neues Unterstützungsangebot getestet wird.

Aktueller Hinweis (10.9.18): Das Projekt ist im April 2017 ausgelaufen. Das Verfahren „Familienkonferenz – Pflege (FKP)“ steht nun zur Anwendung in betroffenen Familien zur Verfügung. Hier geht’s zur Infobroschüre. Weiterlesen

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Warum wird über Kinder psychisch Kranker geschrieben, über Kinder körperlich Kranker aber nicht?

Die Berliner Zeitung hat unter dem Titel „Plötzlich erwachsen“ einen Artikel über Kinder psychisch Kranker gebracht, in dem auch mein Buch erwähnt wird. Hier geht’s zur Onlineversion.

Berliner Zeitung Plötzlich erwachsen

Ich bin natürlich dankbar, dass die Berliner Zeitung dieses wichtige Thema aufgegriffen hat – Kinder psychisch kranker Eltern brauchen dringend mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung. Gleichzeitig frage ich mich aber, warum bisher die meisten Journalisten, die über mein Buch „Kindheit im Schatten“ berichten, nur auf den Aspekt der Kinder psychisch kranker Eltern anspringen. Was ist mit den Kindern körperlich Kranker? Eigentlich ging es mir im Buch darum zu zeigen, wie bedeutend das Phänomen insgesamt in unserer Gesellschaft ist, indem ich die Gemeinsamkeiten der Lebenswelten von Kindern psychisch kranker und Kindern körperlich kranker Eltern schildere und versuche, die Gesamt-Betroffenenzahl zu errechnen. Für Kinder körperlich kranker Eltern gibt es viel weniger Hilfsangebote, auch sie brauchen Aufmerksamkeit und Unterstützung, besonders wenn es sich um pflegende Minderjährige handelt! Kann mir einer erklären, warum das Thema Kinder körperlich Kranker anscheinend nicht spannend genug für die Medien ist?

Filmrezension: Infinitely Polar Bear – Kindheit mit einem manisch-depressiven Vater

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Mir persönlich hat der Film „Infinitely Polar Bear“ (Amazon Affiliate Link) über einen Vater mit einer Bipolaren Störung gut gefallen.

In dem Film „Infinitely Polar Bear“ von 2014 (Amazon Affiliate Link), der gerade (2016) auf DVD herausgekommen ist, spielt Charakterdarsteller Mark Ruffalo einen Mann mit einer Bipolaren Störung, der alleine für seine beiden Töchter sorgt. Die Mutter der beiden muss in der Hoffnung auf bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt in einer anderen Stadt studieren, um ihre Familie vor der Armut zu bewahren.

Der Erkrankte wird nur in einer Szene in einer psychiatrischen Klinik gezeigt, hauptsächlich ist er im Alltag und im Umgang mit seinen Kindern zu sehen. Der Film arbeitet sehr gut heraus, dass seine psychische Krankheit bei aller Belastung für die Familie auch schöne, emotionale, bunte, kreative Momente hervorbringt.

Viele Themen, die der Film anspricht, wurden mir genauso von Betroffenen und Angehörigen berichtet und scheinen sehr glaubwürdig: Weiterlesen

Sendung zum neuen Buch auf Radio Paradiso

https://i2.wp.com/www.paradiso.de/wp-content/uploads/2016/04/roedenbeck2.jpegIch freue mich über die schöne und ausführliche Sendung über mein Buch auf Radio Paradiso! Moderator Günter Mahler schreibt: „Maja Roedenbeck hat ihr zweites vielbeachtetes Buch [das zweite im Ch. Links Verlag, insgesamt das fünfte ;-)] vorgelegt. Ging es im ersten noch um junge Erwachsene, die noch nie Sex hatten, ist das zweite Kindern kranker Eltern gewidmet.

Über dieses Buch spreche ich in „Mehr als Ja und Amen“ mit der Autorin, die ebenso spannend über ein Sachthema erzählen kann als auch Bücher schreiben. Wen wundert’s – ist sie doch selbst Mutter von zwei Kindern, deren Vater schwer krank war.“

Hier könnt ihr die Sendung auf Radio Paradiso hören!

Kann aus Kindern kranker Eltern etwas werden?

Kinder, die mit einem schwerkranken Elternteil aufwachsen, haben es nicht leicht. Sei es eine körperliche Krankheit, eine Sucht oder eine andere psychische Krankheit, von der die Eltern betroffen sind. Besonders dramatisch können die Folgen sein, wenn diese Kinder das Ganze nicht „nur“ miterleben, sondern auch noch Verantwortung für die kranken Eltern übernehmen müssen, indem sie sie pflegen oder betreuen. Karin Woodley, Geschäftsführerin im Cambridge House, einem Nachbarschaftszentrum in London, bemerkt besorgt, dass es immer mehr Minderjährige gibt, die diese Erfahrung machen:

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Diese Entwicklung bemerken Sozialwissenschaftler nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Deutschland. Doch trotz Weiterlesen